Die Geschichte

GESCHICHTE DES FEUERWEHRVEREINS GOLDACH

Am 12. März 1932 verfasste der damalige Chronist Ernst Mauchle das Protokoll der Gründungsversammlung des bis heute existierenden Feuerwehrvereines. Im Jahr 1929 wurde das damals 25 Jahre alte Rettungscorps – das als freiwillige Vereinigung dem Feuerwehrverein voranging zu Grabe getragen. Die Entwicklung einer modernen Feuerbekämpfung verlangte nach der Ausbildung von Einheitsfeuerwehrmännern, die Jünger des Hl. Florian sollten überall eingesetzt werden können.

Die Chargierten luden dann 1932 50 Feuerwehrleute zur Gründungsversammlung ein und so trugen sich dann auch 38 Feuerwehrmänner als Mitglieder des Feuerwehrvereins ein. Im ersten Jahr weitete sich diese Zahl dann bereits auf 60 Mitglieder aus. Jean Sonntag wurde in dieser Versammlung zum Vereinspräsidenten gewählt. Es war eine gute Wahl, denn während 20 Jahren führte er den Verein.

Neben anderen wurde auch ein besonderer Beschluss gefasst, der beim Chronisten folgendermassen aufgezeichnet wurde:

Der Präsident, also Jean Sonntag, schlägt vor, nach den jeweiligen Proben gemeinsam die Wirte zu besuchen. Dies sei für jeden eine Ehrenpflicht.

Bereits an der Gründungsversammlung wurden Statuten vorgelegt, die angenommen wurden und dann 20 Jahre das Fundament des Vereins bildeten.

Es ist belustigend zu lesen, dass bereits damals in der Versammlung vom 4. Juli 1932 das Tragen des Helms am Arm kritisiert wurde. Dies muss einen Feuerwehrmann derart erbost haben, dass er seinen Helm, der ihn angeblich stark drückte, der Versammlung in zwei Teilen vorlegte.

Die Hauptversammlung des Vereins beschloss am 4. März 1933 den Beitritt zum Kreisverband St. Gallen-Rorschach.

Am 10. Februar 1934 waren zum ersten Mal einige verwegene Feuerwehrmannen auf der Schäflebühne zu finden. Der „Bunte Abend“ nach der Hauptversammlung am Fasnachtssamstag, der viele Jahre andauern sollte, fand damals seinen Anfang.

Nach ersten Aufzeichnungen über Geldsorgen berichtete der Vereinssäckelmeister in den kommenden Jahren über einen immer dickere werdenden Geldbeutel, worauf am 13. Juni 1937 die erste Vereinsreise ins Bündnerland stattfand.

Für den Verein kehrten dann ruhigere Zeiten ein, was jedoch leider nicht für die ganze Welt galt. Während des ganzen Krieges gedachte der Verein immer wieder in grosszügiger Weise seiner Soldaten, die ferne ihrer Familien Dienst taten.

Im Jahr 1941 wagte der Verein die Erstürmung des Rigi und im Jahr 1943 hatte Goldach die Ehre, am 5. September die Sektionen des Bezirksverbandes zu beherbergen.

Der Verein vergrösserte sich ständig, sämtliche aktiven Feuerwehrleute waren nun auch Vereinsmitglieder. Nach dem Krieg packte das Reisefieber wieder die Mitglieder. Der Susten war eben eröffnet worden und er wurde zum unvergesslichen Erlebnis für die Teilnehmer. Nicht zu vergessen ist auch der damals übliche alljährliche Saftbummel im Anschluss an die Schlussübung nach Eggersriet und die Vereinsreise nach Innsbruck im Jahr 1951.

Bei der Vereinsversammlung im Jahr 1952 war eine ereignisreiche: Der bisherige Präsident trat zurück und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Zahlreiche Mitglieder wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Neue Statuten wurden beschlossen. Moritz Hess wurde zum neuen Präsidenten ernannt, der dann auch drei Jahre die Geschicke des Vereins leitete. In seine Präsidentenzeit fiel auch die Vereinsreise übers Berner Oberland ins sonnige Wallis im Jahr 1954.

Unter der Leitung von Willi Nänni ging der Verein dann ins zweite Vierteljahrhundert. Willi Nänni blieb Präsident bis 1960.

Dass der Verein lebendig blieb, beweisen die Ausführungen des Chronisten zum 50-Jahr Jubiläum am 23. Oktober 1982:

Ein grosser Trag bricht an für den Feuerwehrverein. Er begeht den 50. Jahrestag seiner Gründung. Trotz dieses Jubiläums ist er jung gebliben. Das manifestiert sich schon in den regelmässig stattfindenden Hochzeitsfeiern von Vereinsmitgliedern, bei denen der Verein Spalier steht, Glück wünsche überbringt und von der Braut schriftlich „die feierliche Erklärung entgegennimmt, als frisch angetraute Ehefrau ihres Gatten allezeit und immer die angesetzten Feuerwehrübungen ohne zeitliche Einschränkung der Heimkehr ins traute Heim zu ermöglichen“

Inzwischen wurden jährlich Vereinsreisen durchgeführt, regelmässig wurden auch die Frauen und Kinder zum Familien-Grillplausch eingeladen. Kontakte zu Freiwilligen Feuerwehr Überlingen wurden geknüpft und gepflegt. Und schon damals wurde der Brauch gepflegt, am Nachmittag des Hl. Abends die Kinder einzuladen, im Feuerwehrdepot die Feuerwehrfahrzeuge zu besichtigen und so die Zeit bis zur Bescherung kurz zu machen. Auch die Teilnahme an der Cliquenfasnacht war inzwischen Ehrensache.

Am 6. März 1982 wurde neue Statuten verabschiedet. Beim Jubiläum am 23. Oktober 1982 fand die Weihe der Fahne statt.

Seit 2010, durch den Gemeindepräsident Thomas Würth beschlossen, organisiert der Feuerwehrverein Goldach jedes Jahr die gemeinsame Bundesfeier der Stadt Rorschach und den Gemeinden Rorschacherberg und Goldach. Dieser Anlass ist doch in der Bevölkerung nicht mehr wegzudenken, haben sich im Jahr 2017 fast 1500 Gäste eingefunden, wo den Worten von Bundesrat Alain Berset lauschten.

Im Jahre 2012 hat sich dann nach langem Hin und Her die Feuerwehrkameradschaft und der Feuerwehrverein vereint. Ein Hoch auf den neuen Feuerwehrverein und unsere Altgardisten.

Ein Studium der Protokolle der letzen Jahre ergab doch die eine oder andere belustigende Passage:

Bericht des Kommandanten_

„Leider mussten wir wegen ungenügendem Übungsbesuch ….aus der Feuerwehr entlassen. Solche Leute nützen gar nichts“

„Während dem Jahr wurde …. in das Feuerwehrkorps aufgenommen und er winkt schon ganz kräftig an den Kreuzungen“

„im Moment hat sich noch keine Frau gemeldet“

Viele Jahre nahm eine Mannschaft des Feuerwehrvereins am alljährlich stattfindenden Grümpelturnier teil.

Inzwischen hat es sich eingebürgert, in abwechselnder jährlicher Folge einen Familienplausch, einen eintägigen Ausflug mit Partner und eine zweieinhalbtägige Vereinsreise abzuhalten. Immer wieder werden auch Feste für die Vereinsmitglieder organisiert, die bei den Vereinsanlässen mithelfen.

In der Hauptversammlung am 6. März 2004 wurden die Statuten den Gegebenheiten der Zeit angepasst.

Im Lauf der Jahre wurde das Geschick des Vereins von folgenden Präsidenten geleitet:

1932 – 1952     Jean Sonntag

1952 – 1955     Moritz Hess

1955 – 1960     Willi Nänni

1960 – 1966     Florian Eilinger

1966 – 1974     Walter Looser

1974 – 1980     Max Bücheler

1980 – 1985     Hans Kästli

1985 – 1990     Walter Hämmerli

1990 – 2000     Hans Rechtsteiner

2001 – 2005     Rudolf Rebsamen

2006 – 2009     Carlo Salvo

2010 – heute    Christian Haener

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